Hochtour in Graubünden / Italien / Lombardia / Schweiz am 30. Juli 2010

Piz Bernina

Mit dabei: Alexander M., Dorothea M., Esra M., Freddy L., Gideon M., Kathy M., Robert M.

Ein Traum wird wahr. Ziemlich lange, aber wunderschöne Tour von der Coaz-Hütte zum Piz Bernina – dem höchsten Bündner – bei traumhaftem Wetter.

Stn. Murtèl – Chamanna Coaz CAS (T2)

Mit dem Zug fahren wir ins Engadin, nach Surlej. Die ersten Höhenmeter zur Station Murtèl sind mit der Corvatsch-Bahn schnell bezwungen. Gemütlich wandern wir über die Fuorcla Surlej zur Chamanna Coaz CAS, wo sich zum Nachtessen die ganze Gruppe einfindet: Die ganze Familie (6 Pers.), Fredi (Freund der Familie) und Bergführer Philipp. Die Coaz-Hütte (2610m) liegt zu hinterst im Roseg-Tal. Von hier bietet sich eine grandiose Sicht gegen Norgen über den Lej da Vadret bis nach Pontresina und gegen Osten zum Piz Morteratsch, Richtung Piz Bernina und Piz Roseg.

Cna. Coaz CAS – Rifugio Marco e Rosa CAI (WS+)

Am zweiten Tag starten wir um ca. 5.45 Uhr und steigen zum Vadret da Roseg hoch, queren auf ca. 2800m zum Vadret da la Sella und folgen diesem bis zur Fuorcla da la Sella. Hier zeigt sich eine überwältigende Aussicht nach Italien.
Über die grüne Grenze geht es nun Richtung Rifugio Marco e Rosa CAI, welches stolz über der Vedretta di Scerscen Superiore hockt. Wir steigen in diesen riesigen Gletscherkessel ab und queren ihn. Vom Scerscen-Gletscher hoch zur Marco e Rosa-Hütte gilt es nun eine ziemlich steile Stufe von etwa 200m Höhe zu bewältigen. Einerseits bietet sich dazu ein Klettersteig an, andererseits führt eine steile Spur (WS+) durch das breite Schneecouloir hoch zur Fuorcla Crast‘ Agüzza. Durch dieses Couloir steigen wir hoch, und gegen 12 Uhr treffen wir im Rifugio Marco e Rosa ein, wo wir kurz rasten.

Rif. Marco e Rosa CAI – Piz Bernina (WS, II)

Mit leichterem Rucksack geht es nun weiter Richtung Piz Bernina. Viele Be(rg)steiger sind bereits im Abstieg. Das Wetter ist stabil, die Verhältnisse nach wie vor ausgezeichnet. Auf dem immer stärker ansteigenden Firnhang steigen wir zu den Felsen hoch. Vorne Bergführer Philipp mit drei Personen am Seil, hinten ich mit meinen beiden Brüdern. An der Abseilstelle am Spallagrat ist viel Verkehr – wir müssen uns in Acht nehmen vor losem Material und Bergsteigern, die ohne Rücksicht abseilen. Der Grat, welcher zu La Spedla führt, bietet einfache, aber ziemlich luftige Kletterei. Durch die Sonne ist der Fels schön warm – ein wahrer Genuss!
Ein kurzer Schneegrat führt von La Spedla zum Gipfelaufschwung des Piz Bernina. Nach zwei Stunden stehen wir auf dem höchsten Gipfel der Ostalpen – ein unvergesslicher Moment!
Es präsentiert sich eine wunderbare Sicht in alle Himmelsrichtungen – der Tiefblick zum Morteratschgletscher ist imposant.
Auf derselben Route steigen wir nun wieder ab. An der ausgesetzten Stelle auf ca. 3900m sorgt Bergführer Philipp für das nötige Sicherheitsgefühl beim Abklettern. Über den nun schon etwas weichen Schnee geht es nun zurück zur Marco e Rosa-Hütte. Hier können wir uns schon auf ein feines Nachtessen mit Pasta, Dessert und vino rosso freuen. Ein unvergesslicher Tag geht zu Ende.

Karte